Das Nemo in Magdeburg ist die größte Bade-, Sauna- und Wellnesswelt der Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt. Mit einer 123 Meter langen Black-Hole-Rutsche, einer Doppel-Racer-Rutsche mit zwei je 97 Meter langen Bahnen, einem Abenteuerbecken mit Wildwasserkanal, einem 25-Meter-Sportbecken mit drei Bahnen und einer Kindererlebniswelt ist das Nemo das führende Familienbad in Magdeburg. Ein Sommerbad mit Wasserspielgarten, Beachvolleyballfeld und großer Liegewiese ergänzt das Angebot in den warmen Monaten. Insgesamt verteilen sich zwölf Becken auf rund 1.600 Quadratmeter Wasserfläche.
Das Bad hat eine bewegte Geschichte: Zur Bundesgartenschau 1999 als Prestigeobjekt für über 31 Millionen Euro erbaut, musste es bereits zwei Jahre später Insolvenz anmelden. Unter dem Namen Nautica wurde es weitergeführt, geriet aber 2015 erneut in Schieflage. Seit 2016 wird es von der vivamar GmbH betrieben und heißt wieder Nemo — eine Rückkehr zum Ursprung. Architekt war Gilles Edenne, das maritime Unterwasser-Thema mit Oktopus- und Fischmotiven ist bis heute Teil des Ambientes.
Die Adresse lautet Herrenkrugstraße 150, 39114 Magdeburg. Das Bad liegt im Stadtteil Herrenkrug, direkt am Elbauenpark. Mit dem Auto ist das Nemo über die Jerichower Straße gut zu erreichen, Parkplätze stehen direkt vor Ort zur Verfügung — Parkgebühr 2 Euro, bei Online-Ticketkauf 1 Euro.
Mit der Straßenbahnlinie 6 geht es vom Hauptbahnhof (Damaschkeplatz) direkt bis zur Haltestelle Jerichower Platz, nur wenige Gehminuten vom Eingang entfernt. Die Fahrt dauert etwa 15 Minuten.
Zwölf Becken auf rund 1.600 Quadratmetern Wasserfläche – das Nemo fährt in Sachen Beckenvielfalt das größte Programm Magdeburgs auf. Das Abenteuerbecken ist der zentrale Anlaufpunkt: Ein rasanter Wildwasserkanal, Sprudelliegen, ein Whirlpool und mehrere Wassergeysire sorgen für Action und Entspannung gleichermaßen. Die Wassertemperatur liegt im angenehmen Bereich um die 30 Grad.
Das 25-Meter-Sportbecken mit drei Bahnen bietet 240 Quadratmeter bei 1,80 Meter Tiefe und 30 Grad Wassertemperatur. Drei Bahnen sind für ein Bad dieser Größe allerdings knapp bemessen – an vollen Ferien- und Wochenendtagen stößt das Becken schnell an seine Grenzen. Für Gelegenheitsschwimmer und Familien, die zwischendurch ein paar Züge machen wollen, reicht es. Ambitionierte Schwimmer, die lange Strecken trainieren, sollten ihre Erwartungen drosseln. Frühschwimmer finden mittwochs und freitags von 10 bis 12 Uhr gesonderte Zeiten.
Die Kindererlebniswelt ist liebevoll gestaltet: Eine lustige Schlangenrutsche, ein gemütliches Babybecken und ein separates Kindererlebnisbecken lassen die Kleinen nach Herzenslust planschen und toben. Das maritime Unterwasser-Thema mit Oktopus- und Fischmotiven – ein Erbe der Bundesgartenschau 1999 – prägt bis heute das Ambiente.
Das Sommerbad verdoppelt das Angebot saisonal: Ein Wasserspielgarten mit Rutsche, ein 170-Quadratmeter-Ausschwimmbecken, ein unbeheiztes Erlebnisbecken mit 245 Quadratmetern und ein separates Kinderbecken machen das Nemo bei warmem Wetter fast zum doppelt so großen Freizeitareal. Die Saunalandschaft punktet mit einer Panoramasauna mit Blick auf die Elbaue, einer Kamin-Lounge und regelmäßigen Aufgussveranstaltungen. Mittwochs ist Textil-Sauna – dann darf die Saunalandschaft in Badekleidung genutzt werden.
Die Black-Hole-Rutsche ist mit 123 Metern Länge das Prunkstück des Nemo. Sie führt in völliger Dunkelheit durch mehrere Kurven und bietet eine aufregende Fahrt, ohne ins Extreme abzudriften — auch für Jugendliche, die keine Hochgeschwindigkeits-Rutschen gewohnt sind, ein ordentlicher Adrenalinkick. Der Einstieg erfolgt über einen separaten Rutschturm, die Landung im eigenen Auslaufbecken.
Die Doppel-Racer-Rutsche ist das zweite Highlight: Zwei parallele Bahnen mit je 97 Metern ermöglichen Kopf-an-Kopf-Rennen mit Ampelstart — ideal für Wettrennen mit Geschwistern oder Freunden. Das gehört zu den meistgenannten positiven Erlebnissen in Besucherkommentaren.
Das Sommerbad erweitert das Angebot saisonal erheblich: Wasserspielgarten mit Rutsche, Ausschwimmbecken (170 Quadratmeter), unbeheiztes Erlebnisbecken (245 Quadratmeter), separates Kinderbecken und Beachvolleyballfeld. Liegewiese und Sonnenterrasse machen das Nemo im Sommer fast zum doppelt so großen Freizeitareal.
Die Badgastronomie bietet über 90 Sitzplätze, das Saunarestaurant 62 plus acht Thekenplätze und eine Terrasse mit weiteren 32 Plätzen im Sommer. Die Kamin-Lounge im Saunabereich sorgt für gemütliche Atmosphäre.
Die Gastronomie ist allerdings der am häufigsten kritisierte Bereich. In Bewertungen fallen Stichworte wie teuer, geschmacklich mittelmäßig und zu kleine Portionen. Ein Besucher berichtete, für einfache Gerichte und Getränke für zwei Erwachsene und zwei Kinder stolze 48 Euro bezahlt zu haben. Die Speisekarte ist überschaubar, das Preisniveau für ein Freizeitbad gehoben. Auf Extrawünsche wird laut Erfahrungsberichten jedoch eingegangen.
Eigenes Essen ist nicht erlaubt, aber die Innenstadt mit günstigeren Alternativen ist mit der Straßenbahn schnell erreicht.
Das Nemo ist das Familienbad in Magdeburg. Rutschen, Abenteuerbecken, Kindererlebniswelt und Sommerbad bieten genug Abwechslung für einen ganzen Tag. Die Sauna ist ein echtes Plus für Erwachsene, die sich während des Familienausflugs eine Auszeit gönnen wollen.
Sportliche Schwimmer finden im 25-Meter-Becken akzeptable Bedingungen, sollten aber keine olympischen Ansprüche stellen — drei Bahnen sind für ernsthaftes Training zu knapp. Saunagänger kommen auf ihre Kosten, müssen aber die eingeschränkten Öffnungszeiten (Mo–Mi geschlossen) einplanen. Die Panoramasauna mit Elbaue-Blick findet man in dieser Form in der Region selten.
Kritisch: Es gibt keinen Beckenlift für Rollstuhlfahrer, das Personal darf aus Versicherungsgründen keine Hebehilfe leisten. Menschen mit eingeschränkter Mobilität sollten vorab klären, welche Unterstützung verfügbar ist.
Tipp: Online-Tickets frühzeitig buchen und nach lokalen Kooperationsrabatten Ausschau halten. Die dynamische Preisgestaltung belohnt Planung — spontane Wochenendbesuche können spürbar teurer sein.
Das Nemo kommt auf 3,78 von 5 Sternen bei über 2.600 Bewertungen auf ProvenExpert — die Empfehlungsquote liegt bei 69 Prozent. Auf Google Maps bewegt sich die Bewertung um 3,8 Sterne, bei golocal bei 3,5 von 5. Die Bewertungen zeichnen ein Bild mit deutlichem Licht und Schatten.
Positiv hervorgehoben werden die angenehme Wassertemperatur, die Beckenvielfalt und die Saunaveranstaltungen — die drei offiziellen Top-Kompetenzen. Die Rutschen — besonders die Doppel-Racer-Rutsche mit Parallelstart — kommen bei Familien gut an. Die Saunalandschaft mit Panoramasauna und Kamin-Lounge wird als atmosphärisch und hochwertig beschrieben. Die Kindererlebniswelt und das großzügige Sommerbad mit Beachvolleyballfeld erhalten in den warmen Monaten viel Lob.
Die Kritikpunkte wiederholen sich seit Jahren: Die Gastronomie gilt als teuer und mittelmäßig. Das Empfangspersonal wird in mehreren Kommentaren als unfreundlich beschrieben — wortkarg, kein Lächeln, genervt wirkend. Die 2-Euro-Parkgebühr empfinden einige als unnötig. In kalten Monaten ist die Temperatur außerhalb der Becken unangenehm. Ein Sauna-Testbericht vom Dezember 2024 notierte ein undichtes Glasdach im Ruhebereich, durch das es bei Regen tropft.
Die fehlende Barrierefreiheit beim Beckenzugang sorgt für wiederkehrende Kritik. Auch die Rutschen sind einem Portal zufolge häufig außer Betrieb — ob Dauerproblem oder Momentaufnahme, bleibt unklar. Die wechselhafte Betreibergeschichte hat bei Stammgästen den Eindruck einer heruntergewirtschafteten Anlage hinterlassen.
Trotzdem: Wer mit realistischen Erwartungen kommt — kein Luxus-Spa, sondern ein solides Familien-Erlebnisbad mit guter Sauna — wird einen schönen Tag haben. Die knapp vier Sterne spiegeln genau dieses Bild: grundsolide, mit Luft nach oben bei Service und Gastronomie.
Manchmal fällt die Entscheidung nicht leicht. Vielleicht gefallen dir folgende Thermen in der Nähe.